Elisabeth aus Bioshock Infinite

Im Zuge der Ankündigung des zweiten Teil des Computerspiel-Westerns Red Dead Redemption leistet Stephanie Llamas, Director of Research and Consumer Insights beim Medienforschungsinstitut Superdataresearch einen weiteren Beitrag zum Thema Sexismus im Gaming-Bereich. So bedauert sie, dass das Spiel scheinbar keine tragende Frauenfigur biete, während 7 Männer die Heldenrollen einnehmen.

Sie kritisiert im weiteren die mangelnde Gleichberechtigtung von Frauen nicht nur in Games, sondern auch im Bezug auf Positionen in Gaming-Communities und innerhalb der Videospielindustrie. Zurecht regt Sie sich darüber auf, dass Frauen auf Webseiten oder bei Messen gerne als “Both Babes” oder sogar “Bitches” zur Vermarktung herangezogen werden, welches für beide Geschlechter gleichermaßen entwürdigend ist.

“Booth-Babe” auf der E3-2011 Quelle: Wikimedia, Foto von Richard Cabreba

Das die Inklusion von Frauen in der Videospielindustrie schwer überfällig ist, begründet sie mit Daten welche ihr Institut bereits im Jahre 2014 erhoben hatte. Demnach sind 40 Prozent der US-amerikanischen Spielerschaft weiblich. Mehr als die Hälfte davon würde sich selbst als Mid- oder Hardcore-Gamer bezeichnen und damit der Zielgruppe vn Red Dead Redemption entsprechen.

Eine weitere interessante Grafik schlüsselt die Beliebtheit verschiedener Genres nach den Geschlechtern auf. Sowohl Action-Spiele als auch Rollenspiele hätten bei Frauen sogar eine höhere Beliebtheit als bei Männern. Bei vielen anderen wichtigen Genres ist das Verhältnis nahezu ausgeglichen.

Die verfälschte Wahrnehmung vieler im Bezug auf Geschlechterverteilung bei Gamern sieht sie darin begründet, dass Spielerinnen sozialen Interaktionen augrund von sexistischem Verhaltens innerhalb der Communitys aus dem Weg gehen. Viele würden deshalb kein Mikrofon in Spielen benutzen und Spielemessen meiden ( laut Gamescom Report 2016 betrug der Anteil von Frauen unter den Privatbesuchern 27 Prozent). Llamas führt die eigenen Erfahrungen an, in denen sie sich von Männern oft wie ein Kind behandelt fühlt, wenn sie als Frau den Controller in die Hand nimmt.

In vielen ihrer Lieblingspiele haben starke weibliche Charaktere eine tragende Rolle. Dazu gehören Elizabeth in Bioshock Infinite, Ellie in The Last of Us und Yuna in Final Fantasy. Auch im ersten Red Dead Redemption konnte sie sich für die Rolle der Bonnie MacFarlane begeistern und hofft das der Nachfolger ebenfalls eine Figur wie Bonnie beinhaltet, welche man doch auch so einen Platz im Rampenlicht zukommen lassen könnte wie den 7 männlichen Helden.