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Robertos Corrias.

 

Mein Wecker klingelt und im Halbschlaf tastete ich mich vor zu den Strippen meines Rollos um etwas Licht ins Zimmer zu lassen, es blendet mich aber nicht die Sonne , sondern der Schnee! Guten Morgen New York und wieder schaffst du es mich zu überraschen, allein nur durch deinen Wetterumschwung jeden Tag 😉

Ich hatte euch in meinem letzten Artikel von der zufälligen Begegnung erzählt. Den Mann mit dem riesigen Gemälde – Roberto Corrias war sein Name, er ist einer der bekanntesten Maler in New York City.

Lauren war auch dabei und wir waren sehr gespannt auf seinen Arbeitsort. Wie wohl alles eingerichtet ist und vor allem, was er an Kunstwerken von sich vor Ort hat. Als er uns die Tür zu seiner Welt öffnete, betraten wir  einen Raum voller schöner antiker und moderner Gegenstände. Überall waren neben seinen großen Gemälden, buddhistische Figuren, bunte Vasen, verspielte Stofflampen, Bilder von ihm und seiner Familie und Freunden, verstreut. Es duftete nach Räucherstäbchen und es wirkte alles sehr beruhigend auf mich. Wir setzten und nieder und machten es uns bequem. Wir kamen direkt ins Gespräch und zögerten nicht lange, uns seine Werke zeigen zu lassen. Werke die er vor vielen Jahren geschaffen hatte sowie seine neue Kollektion.

Anfang der 90er trieb es Roberto nach New York. Er hatte damals in Rom gelebt, nur dass ihm dort das Tempo nicht schnell genug war und die Menschen zu langsam lebten. Eben dass typische südländische italienische Leben führten.

Er wollte aber mehr und sehnte sich nachdem er viel durch Asien, Afrika und natürlich Europa gereist war, nach etwas Neuem. Seine sehr gute Freundin, die in der Modeszene in Rom arbeitete, riet ihm nach New York zu gehen. Er buchte direkt einen Flug und gefühlte 2 Tage später war Roberto ein Einwohner von New York City . Ohne auch nur ein Wort Englisch sprechen zu können und niemanden zu kennen, stand er nun in der Welt-Metropole mit einem Koffer, seinen wertvollen Händen und Geist.

Er hatte dafür aber eine gute Summe an Geld durch den Verkauf seiner Kunst gespart, denn sein Geschäfte in Italien liefen gut. Die Finanzierung des Ateliers und der Werkzeuge für seine Arbeit sowie eines freien Leben wie man es auf französisch so schön sagt “ la vive la vie„.  Allerdings waren seine Ersparnisse in kürzester Zeit aufgebraucht. Aber auch das braucht ein Künstler für sein kreative Schöpfung –  the Reicarnation!

Roberto ist keine sehr extrovertierte Person. Er ist wie er selbst sagt, ein „Lonely Wolf„. Er erklärt uns, dass es seine Vor und Nachteile hat, viel Zeit mit sich alleine zu verbringen.

Die italienische Szene in New York war  in den 90ern sehr ausgeprägt und die Leute kannten sich untereinander, natürlich auch die Künstler. Er besaß in den verschiedensten Stadtteilen seine Ateliers. Nach kurzer Zeit war er ein renommierter Künstler und verkaufte seine Bilder wieder sehr und konnte gut davon leben.

Nachdem wir viel über Ihn gesprochen hatten, wendete sich das Blatt und er schlüpfte in meine Rolle und fing an mir Fragen zu stellen. Wer ich bin, woher ich komme und all diese Fragen, die man ständig gefragt wird. Das Interesse beruht auf Gegenseitigkeit. New Yorker wollen wissen, wie lange ich in New York lebe und wie lange ich vorhabe zu bleiben. Ich bin mir nie sicher was ich antworten soll, da sich meine Meinung ständig ändert.

Es ist ein Katz und Maus spiel. Mal fängt mich diese Stadt für sich ein und dann wiederum versuche ich ihr zu entfliehen um mich in unser schönes, altes Europa zu verkriechen. Es ist tatsächlich so, dass hat mir Roberto auch bestätigt,  New York ist hart , du darfst niemals aufgeben, es braucht Zeit und mit Zeit sind nicht Monate, sondern Jahre gemeint, bis du dich eingefunden hast. Er erklärte mir, dass sein Umzug nach NYC und vor allem der Kontinentenwechsel eine Art Trauma hinterlässt und man eine Metamorphose durchlebt. Jedenfalls lebt er immer noch in New York City und auch ich spüre, diese Stadt ist gewaltiger als erwartet.

Mehr von seinen Werken könnt ihr auf seiner Homepage finden: Roberto Corrias

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Im Atelier von Roberto.

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Bilder aus Robertos letzten Kollektion.