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Klebebänder sind praktisch – aber kann man mit ihnen auch Kunst machen? Und wie! Die Kunst mit Klebeband entstand in den 1960er Jahren auf der Suche nach einer Alternative zur Spraydose.

Berlin gehört zu den europäischen Epizentren der Bewegung. Hier hat sich eine Szene entwickelt, die international bekannt ist und Aufsehen erregt.

Auch das größte Tape Art Kollektiv der Welt kommt aus Berlin. „Tape Over“ wurde 2011 von den Künstlern Robert König und Lamia Michna gegründet. Ihre Werkzeuge: Tape und Cutter. Aus einem Nutzgegenstand wird Kunst. Mittlerweile arbeitet das achtköpfige Kollektiv für große Firmen wie Mercedes, Adidas oder Warner Brothers.

Die Gründerin des Kollektivs wurde 2016 vom New Yorker PRINT Magazine sogar unter die 15 besten visuellen Künstler unter 30 gewählt.

Durch Tape Art erfährt das Klebeband eine Zweckentfremdung und erhält für eine begrenzte Zeit eine künstlerische Komponente. Eine Herausforderung für die Künstler stellt die Beschaffenheit des Tapes und der zu beklebenden Fläche dar. Sie fordern eine künstlerische abstrakte Darstellungsweise.

Tape Art ist eine noch sehr junge Kunstform mit einem Medium, welches die Leute normalerweise als Nutzgegenstand kennen. Daher sind sie umso mehr überrascht, wenn damit Kunstwerke erschaffen werden. Gerade der grafische Aspekt und die Möglichkeit, eine einzigartige Dreidimensionalität zu schaffen, fasziniert.

Und das Beste: Mit Klebeband kann jeder zum Künstler werden! Einfach Tape besorgen und loskleben!

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Das Tape Art „Deep Seas“ realisierten Rob und Lamia für das Davo Festival in der Schweiz. Das weiße Tape wurde mit einem Beamer animiert.