Die Inselwelt von Neuguinea gehört zu den letzten Orten der Welt, auf welchen es noch weiße Flecken auf der Karte gibt. Dichte Dschungel und Gebirge machen es vielerorts schwer, dieses Land zu erkunden und zu kartografieren. Hier leben noch einige der letzten Naturvölker der Welt, die beinahe vollkommen unberührt von der modernen Welt sind.

Auch hier ist noch ein weiteres Ritual verbreitet, die Kopfjagd! Besonders von Stämmen, welche nun diesen Ritual abgesagt haben, sind wahrlich grausige, beinahe bis in die Ekstase betriebene Jagden bekannt. Anhand von ihnen konnte man in den 60er und 70er Jahren die Kopfjagd gut recherchieren und dokumentieren (viele dieser Stämme sind jetzt aufgrund der Machenschaften verschiedener Missionare christlichen Glaubens…) So war es bei den Marind-anim, Sawi, Asmat und den Iatmul ein weit verbreitetes Brauchtum, feindlichen Stammesmitgliedern den Kopf abzuschlagen und ihn danach zu präsentieren. Tief in ihren Ritualen um Tod und Geburt verbunden, benannten Kopfjäger oftmals ihre eignen Kinder nach den erschlagenen Kriegern, dessen Köpfe sie als Trophäen besaßen. Auch stärkten die Anzahl an Beuteköpfen das Ansehen eines Kriegers im Stamm, manchmal konnte man sogar zum Häuptling gewählt werden, wenn man eine besonders imposante Sammlung an Köpfen zusammengetragen hatte.

Die Asmat gingen sogar einen Schritt weiter, wenn ein Krieger einen Feind erschlug und dessen Haupt als Trophäe nahm, übernahm er seinen Namen, gesellschaftlichen Rang und die Pflichten, die damit einher gehen. Auch nahmen sie die Häupter ihrer Ahnen und formten Gegenstände des alltäglichen Lebens aus ihnen.

Köpfe, welche erbeutet wurden, wurden entweder zu Schädel skelettiert oder zu Schrumpfköpfen verarbeitet (manchmal auch beides). Diese Trophäen wurden dann in dem Wohnhaus des Jägers arrangiert, der den Kopf als Beute nahm.

Die meisten Stämme haben nun den Kontakt zur modernen Welt aufgenommen und legen ihre Tradition der Kopfjagd langsam nieder, doch in den Tiefen der Wildnis gibt es immer noch Stämme, die dieser Tätigkeit nachgehen. Solltet Ihr also Urlaub im Dschungel von Südostasien planen, lasst Euch schnell noch ein paar Tattoos stechen, denn diese sind ein heiliges Symbol und oftmals darf ein Träger solcher nicht gejagt werden 😉