Hallo meine Lieben,

in meinem letzten Artikel habe ich euch die Sedona-Methode vorgestellt. Erst einmal vielen Dank für eure e-mails, die mich zu diesem Thema als Feedback erreicht haben. Ich möchte daher nochmal Bezug zu diesem Thema nehmen und eure Erfahrungen hier aufgreifen. Für alle, die den letzten Beitrag nicht gelesen haben, können hier klicken.

Raphael berichtete mir, dass er die Methode interessant findet, aber in Situationen, in denen er sie brauchen würde, nicht daran denkt, bzw. ihm die Fragen nicht mehr einfallen.

Lieber Raphael, das kann ich gut verstehen. Mir fällt da spontan ein, einen kleinen Zettel mit den Fragen in der Brieftasche zu deponieren, sodass man ihn im Fall des Falles immer dabei hat.

Marie hat mir ebenfalls eine e-mail geschrieben. Sie hat leider einen extrem unangenehmen Chef, der zudem noch ein Suchtproblem zu haben scheint. Aber lassen wir das Suchtproblem des Chefs beiseite. Denn im Endeffekt können wir andere Menschen nicht ändern, nur uns selbst. Marie beschrieb eine Situation, in der sie der Chef vor allen Kollegen angeschrien hat, da sie angeblich einen Fehler in der Buchhaltung begangen hätte. Den Tränen nahe erinnerte sie sich an meinen Artikel und probierte die Methode aus. Sie wollte auf keinen Fall anfangen zu weinen und sich somit noch mehr bloß gestellt fühlen.

Marie fragte sich also, kann ich dieses Gefühl jetzt akzeptieren? Ihre Antwort war zunächst ganz klar: „Nein!“ Sie war so wütend und fühlte sich ungerecht behandelt. Dennoch wollte sie dieses Gefühl nicht haben, da es Schwäche zeigte und sie verletzlich machte. Allerdings passierte es dann, dass sie dachte, dass das Gefühl ja richtig sei und gesund. Sie überlegte und hätte es schlimmer gefunden, wenn sie gar nichts gefühlt hätte. Dieses änderte die Antwort in ein: „Ja!“

Die 2. Frage war die, ob sie das Gefühl jetzt loslassen kann. Ihre Antwort war spontan: „Nein!“ Dann fokussierte sie aber ihr Gefühl in ihrem Körper: den Kloß im Hals. Das veränderte ihre Wahrnehmung und das Gefühl war plötzlich schon nicht mehr ganz so bedrohlich.

Danach kam die 3. Frage, ob sie dieses Gefühl jetzt loslassen würde. Sie sagte ganz spontan: „Ja.“ Da sie schon in sich reingespürt hatte, war ihr klar, dass die Wut einen Sinn macht, aber wenn sie die Wahl hat, jetzt loslassen zu können und keine Wut mehr zu haben, würde sie es tun.

Die 4. Frage war: Wann? Wann würdest du es loslassen?

Marie beschrieb, wie in ihrem inneren Zustand eine plötzliche Klarheit herrschte und sie sich sagte, dass sie es jetzt gerne loslasse würde. Ihr Fokus lag im Hier und Jetzt und sie war sehr erstaunt, dass sie sich plötzlich absolut erleichtert fühlte. Ihre Wut war fast ganz weg. Sie konnte die Situation jetzt aushalten und beschrieb, dass sie darüber nachdachte, wie sie die Situation lösen könnte und nahm sich vor, ihren Chef sachlich darauf anzusprechen, dass die Art und Weise, wie er sich verhalten hatte, nicht in Ordnung war.

Ich möchte hier mit Maries Erlaubnis einen ihrer letzten Sätze zitieren:

„Ich hätte nie gedacht, dass diese merkwürdige Methode funktioniert, allerdings bin ich nun vom Gegenteil überzeugt worden. Es hilft definitiv, klarer zu denken und nicht im emotionalen Chaos zu versinken!“

Auch Winnie hat mir geschrieben. Sie wandte die Methode an als sie sich ziemlich übel mit ihrem Freund stritt. Sie beschrieb, dass sie normalerweise völlig ausflippte und ihm eine Szene machte. Sie atmete stattdessen durch, verschwand auf die Toilette und suchte mit ihrem Handy den Artikel über die Sedona-Methode. Allein schon das Verlassen der Situation und das kurze Innehalten verschafften ihr den nötigen Abstand und die Zeit, um durchzuatmen. Die Fragen haben ihr geholfen, ruhig zu bleiben.

Ich habe auch eine mail von Timo bekommen, der die Methode für totalen Schwachsinn hält und sich fragt, wer in einer Stresssituation auf die Idee kommt, diese Methode anzuwenden. Lieber Timo, Menschen sind unterschiedlich. In jedem Fall erweitert die Methode unsere Möglichkeiten zu handeln. Ob wir sie für uns anwenden oder auch nicht, kann und darf eben jeder selber entscheiden.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne Woche.

Eure Lucy

Bildquelle:  http://gregmcgregor.tumblr.com/page/6