Farb- und Formlehre zählt heutzutage zu den wichtigsten Bestandteilen, wenn man eine künstlerische Ausbildung einschlagen will. Man muss schon wissen, welche Töne miteinander harmonieren, welche sich optisch gesehen abstoßen und welche Kontrastwahl bestimmte Empfindungen hervorruft. Zudem empfinde ich es auch als praktisch, einen Überblick über die gesamte Auswahl an Farben zu haben, wie eine Art Atlas.

In Zeiten von Photoshop und Co. ist das ja kaum noch eine Schwierigkeit und jeder Baumarkt hat einen kleinen Farbkatalog im Sortiment aber all das gab es bereits in sehr ausgereifter Weise vor über 250 Jahren! 1692, um genau zu sein, fing ein holländischer Kunstmaler an, mit Wasserfarben einen Farbkatalog anzulegen, welcher fast 800 Seiten umfasst – und alles manuell! Jede Farbabstufung und jede Nuance wurde genauestens angemischt und in das Buch eingetragen.

Das ist eine beachtliche Leistung! Wie oft habe ich denn schon versucht, die nächst hellere Nuance für ein Bild zu mischen und bin kläglich daran gescheitert? Das Buch diente vermutlich schulischen Zwecken aber da es nur diese eine Ausgabe gab, was verständlich ist bei all der Handarbeit, haben es vermutlich nur wenige, auserwählte Augen gesehen.

colors-2

Bild- und Informationsquelle: http://www.thisiscolossal.com/2014/05/color-book/