Damien Hirst wurde am 7. Juni 1965 in Bristol geboren und belegte nach seiner schulischen Laufbahn von 1986-89 einen Kurs in „Fine Arts“ am Goldsmith College in London. Schon früh wollte er sich nicht nur auf eine Kunstrichtung festlegen, sondern möglichst viel mitnehmen. Zeichnen, Malerei, Bildhauerei aber auch Videokunst und Musik interessierten ihn. Mitte der 90er Jahre rief er zusammen mit anderen britischen jungen Künstlern das Projekt „Freeze“ ins Leben, in welchem er seine Kunst, zusammen mit der der anderen oftmals jungen Künstler, in einem Lagerhaus im Londoner Hafenviertel ausstellte.

Seit dem stieg seine Bekanntheit rasch an und eines kann man ihm unterstellen…er ist nicht uneinfallsreich. Vor allem drückt sich das durch seine ausgefallenen Kunstwerke aber auch durch seine Musikvideoproduktionen aus. Und sogar in der Gastronomie ist er unterwegs, da er ein eigenes Restaurant besitzt.

The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living

Es geht um einen Tigerhai, über 13 Fuß lang, und mit weit aufgerissenem Maul. Er befindet sich in einem mehr als 6m langen Tank aus Stahl und Glas, welcher mit Formaldehyd gefüllt ist. Der Hai ist in einer natürlichen Pose dargestellt, während die Präparationstechnik, die verwendet wurde, eine eher unmoderne ist, wie sie vor allem vor 100 Jahren bei kleineren Präparaten angewendet wurde.

Damien Hirst bekam diesen Auftrag 1991 von Charles Saatchi, welcher ein Kunstwerk von Hirst haben wollte, über dessen Inhalt er selbst entscheiden konnte. Hirst gab daraufhin bei einem Haifischjäger den Auftrag, ihm einen Tigerhai zu erjagen (was ihn 6000$ kostete) und injizierte dem toten Tier danach Formaldehyd, um ihn haltbar zu machen. Danach wurden der Rahmen und das Becken gebaut, welches ebenfalls mit der Flüssigkeit gefüllt wurde und in welchem der Hai eingelassen wurde. Er sieht bedrohlich aus.

Der Hai begann dann doch nach einer Weile zu verwesen, weil er wohl an einigen Stellen mit Sauerstoff in Berührung kam. Und als Reparationsversuche mit Bleiche scheiterten, wurde er gegen einen neuen ausgetauscht.

Hirst selbst wollte mit dem Werk den Blick des Menschen darstellen, welcher erst die Schönheit der Natur begreift, wenn sie tot vor ihm liegt. Er selbst sagte dazu: „This fucked up way to look at something and it’s already dead by the time when you look at it and you try to understand what was it like when it lived. That kind of contradictions, in a way like relationships, how people destroy each other. It’s a kind of what’s wrong with scientific approach or something.“

(dt. „Diese beschissene Art, etwas anzusehen, was zu dem Zeitpunkt, wenn man es ansieht, bereits tot ist und man versucht zu verstehen, wie es war, als es lebte. Diese Art von Widersprüchen, irgendwie ähnlich wie den von Beziehungen, wie Menschen sich gegenseitig zerstören, spiegelt das wider, was auch bei den wissenschaftlichen Ansätzen usw. schief läuft.“)

Das Werk ist heute mehrere Millionen Euro wert (~9,3), doch erntete von vielen Seiten starke Kritik, in der es oft heiße, dass ein toter Fisch keine Kunst sei. Das Werk gilt als eines von Hirst Kernwerken.

Dem Hai folgten noch andere Tiere, wie andere Haie, eine Kuh, ein Zebra und sogar ein Einhorn…

Bildrechte: http://www.tate.org.uk/art/research-publications/the-sublime/luke-white-damien-hirsts-shark-nature-capitalism-and-the-sublime-r1136828

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