Die RX-Vision: GT3 als RX-9-Vorgeschmack von Mazda (2020) – Bildquelle: Autozeitung.de

Wenn wir an einen Motor denken, entsteht im Kopf ein Bild eines Zylinders, in dem sich ein Kolben bewegt. Er steigt und fällt, was die Einlass-, Kompressions-, Explosions- und Auslasszyklen (normalerweise in vier verschiedenen Geschwindigkeiten) umfasst. Dieser Motortyp, auch Otto-Typ genannt, wurde 1876 von Nicolaus Otto erfunden.

Es gibt verschiedene Arten von Zylindern, wie Doppelzylinder, Außenzylinder und sogar Hebelzylinder. Je nachdem welche Kraft und Geschwindigkeit man braucht, kann man neue Funktionen addieren, um das Konzept der Zylinder weiterzuentwickeln. Es gab jedoch einen Mann, der ein noch effektivieres Motorkonzept im Kopf hatte und entwickelte. Sein Name war Felix Wankel. In den 1920er Jahren begann Wankel mit der Entwicklung seines alternativen Motorkonzepts (das er im Alter von 17 Jahren mit seinen Freunden besprochen haben soll), bei dem anstelle der herkömmlichen Kolben der Motoren ein Rotor verwendet wurde.

1929 patentierte er den Rotationsmotor (auch Wankelmotor genannt), welcher von Wankel in den nächsten 40 Jahren immer weiter verbessert hat. Was diesen Motortyp von den herkömmlichen Motoren unterscheidet, ist seine niedrige Komplexität. Er besitzt ein zykloides Zahnrad im Inneren, das mit seinen gekrümmten Seiten einen dreieckigen Rotor bewegt. Einlass-, Kompression-, Explosion- und Auslasszyklen werden in Kombination ausgeführt, jedoch für jeden Rotorzyklus mit dreifacher Kraft.

Der NSU Wankel Spider (1964) – Bildquelle: Autoviva

Der Wankelmotor kann aufgrund seiner Eigenschaften eine sehr hohe Leistung liefern, trotz seines kleineren Hubraums, sogar zweimal besser als der konventionelle Explosionsmotor mit gleichem Hubraum.

Aber erst zwei Jahrzehnte später, in den 1950er Jahren haben sich die Automobilhersteller an dem Rotationsmotor Interesse bekundet. Der Unternehmer NSU AG, der 1969 mit Auto Union fusionierte, war der Hersteller von deutschen Autos und Motorrädern, der die Entwicklung dieser Art von Motoren vorangetrieben hat.

1957 haben sich endlich das Träume von Felix Wankel realisiert, als NSU nach Erhalt des Patents und Perfektionierung des Motors zusammen mit der Firma Curtiss-Wright den KKM herstellte, einen 400-cm-3-Motor, der als erster Rotationsmotor in der Geschichte anerkannt wurde (trotz früherer Prototypen, wie dem DKM).

Es gab aber verschiedene Probleme mit diesem Motor, wie hoher Kraftstoffverbrauch, hohe Vibrationen und geringes Drehmoment. Trotzdem war das Interesse an diesem Motor von vielen erfolgreichen Automobilherstellern hoch. Eine Kooperationsarbeit zwischen der NSU AG und Mazda hat ermöglicht, dass 1964 ein Auto mit einem Rotationsmotor funktionierte und in Serie ging. – Der NSU-Spider war geboren.

Der erste Mazda RX-7 (1978) – Bildquelle: Mazda-Press

Japanische Autohersteller konziepierten sogar 4 neue Rotoren, um die Leistung des Wankel-Motors weiter zu steigern. Nach vielen Tests brachte Mazda schließlich 1967 den Cosmo Sport (110S) auf den Markt, das erste zweimotorige Rotationsmotor-Auto mit 998 ccm Hubraum und 110 PS. Ein Sportwagen, der ausschließlich für diesen Motor entwickelt wurde.

Viele andere Unternehmen erwarben die Herstellungsrechte für den Wankelmotor, was seinem Erfinder viele Vorteile brachte, der ironischerweise aufgrund seiner Kurzsichtigkeit-Krankheit nie in der Lage war, ein Auto zu fahren. Suzuki, Sachs, Citroën (Modell M35), Mercedes Benz mit seinem C-111 sind nur einige bekannte Beispiele dafür.

Das RX-7-Modell von Mazda war der Vorreiter und Botschafter des Rotationsmotors.

Mazda RX-3 Savanna (1978) – Bildquelle: Turbosquid

Wenn es jedoch ein Automodell gibt, das dazu dient, Sichtbarkeit zu schaffen und die Vorteile des Rotationsmotors zu spüren, dann ist es die Mazda RX-Sportserie, die den Wankelmotor seit Anfang der 70er Jahre dazu gebracht hat, sich dauerhaft auf dem Markt zu etablieren.

Der Mazda Savanna, auch als RX-3 bekannt, hatte einen 1,1-Liter-130-PS-Motor mit rund 7.000 U / min, ein Modell, das es schaffte, den Nissan Skyline GT-R in der Pkw-Meisterschaft in Japan zu schlagen. Spätere Innovationen wie Turbo oder Einspritzung wurden eingeführt, mit denen der Verbrauch um bis zu 40% gesenkt werden konnte. 1991 leistete das neue Modell RX-7 255 PS bei 6.500 U / min mit nur 1,3 Litern und einem Twin-Turbo-System.

Ohne Kolben geht auch.

Der Mazda 787B Rennwagen von MazdaSpeed (1990) – Bildquelle: RadicalMag

1991 erschien Mazda bei den 24 Stunden von Le-Mans mit seinem 787B-Modell ebenfalls mit einem Rotationsmotor ausgestattet. Dem 787B konnte keiner der Konkurrenten, wie der Mercedes C11 (gefahren von Michael Schumacher), der Porsche 962, der Peugeot 905 oder der Jaguar XJR-12 auch nur annähernd das Wasser reichen. Der große Vorteil des Mazda mit seinem Rotationsmotor war, dass er (trotz seines Ruhms) weniger Kraftstoff verbrauchte, als die anderen Konkurrenten und auf der Strecke wirklich wettbewerbsfähig war. Underkbar und an Besonderheit kaum zu übertreffen, war dass ein japanischer Automobilhersteller, wie Mazda die Geschichte der Automobilbranche so revolutionierte.

Mazda macht uns auch heute noch glücklich mit seiner RX Modell-Reihe und hält Wankel als Legende am Leben!

Nach der Einführung des letzten RX-8 Modells im Jahr 2002 beendete Mazda nach ca. 10 Jahren zwar die Produktion der Modell-Reihe 2012, doch ließ seine Fans & treue Kundschaft nicht lange warten…

Ein wahrer Blickfang: Der Mazda RX-9 Prototyp (2020) – Bildquelle: Produzione automobile

…Denn vor wenigen Monaten im Mai 2020 patentierte Mazda einen neuen Rotationsmotor, bei dem die Rotoren horizontal angeordnet sind und präsentierte mit ihm zusammen die neueste Version des Mazda RX-9 (als Prototyp), in welchem dieser einzigartige und leistungsstärkste Motor mit ultimativem & brachialem Sound erstmals verbaut wird und noch in diesem Jahr (2020) in Serie gehen soll.

Wir sind gespannt…!