Bild: Carlos Lehder Rivas (links) & Pablo Escobar (rechts) / Quelle: Allthatsinteresting

Als Sohn einer kolumbianischen Mutter und eines deutschen Vaters, handelte und agierte Carlos Lehder Rivas seit der Gründung, des berühmt berüchtigten „Medellín-Kartells“ als eines der stärksten Mitglieder Seite an Seite mit aller Gewalt und Durchsetzungskraft im Namen von Pablo Escobar, dem König des Kokain-Business.

Carlos Lehder Rivas wurde an einem Mittwoch, dem 4. Februar 1987, in der Nähe von Medellín gefangen genommen. Und obwohl es gesetzlich noch keine Auslieferungs-Abkommen zwischen Kolumbien und den USA gab, da sie erst einige Jahre später eingeführt wurden, hat die amerikanische DEA Carlos Lehder innerhalb weniger Stunden nach seiner Gefangenschaft mit einem Flugzeug nach Tampa in Florida transportiert und ihn dort in einem Hochsicherheitsgefängnis eingesperrt. Er war das erste Mitglied des Medellín-Kartells, das jemals von Kolumbien an die USA ausgeliefert wurde.

Nach langen Gesprächen mit Jhon Jairo Velasquez alias „Popeye“, auch bekannt als Pablo Escobars „Rechte Hand“ und Anführer der „Sicarios“, sagte er Rivas, dass der einzige Weg, Ihn wieder frei zu lassen & nach Kolumbien zurück kehren zu können nur über Pablo Escobar selbst führen würde, indem dieser persönlich in Verhandlungen mit Unterhändlern der DEA und den „Vereinigten Staaten von Amerika“ treten würde. Im Austausch gegen geheime politische Informationen forderte er die sofortige Freilassung von Carlos Lehder Rivas, die jedoch nicht Zustande kam.

Die Familien Escobar & Lehder Rivas! – Bild-Quelle: WordPress

In den Vereinigten Staaten wurde Carlos Lehder Rivas zu einer Haftstrafe von 135 Jahren und einer Summe von 350.000 US-Dollar verurteilt, wegen des Imports von 3 Tonnen Kokain, die er in das Land geschmuggelt haben soll.

Im Nachhinein versuchte Carlos Lehder selbst seine Haut zu retten und machte so allerdings einen für Ihn schlechten Deal mit den USA, für die Enthüllung aller Geheimnisse des ehemaligen Präsidenten „Noriega“ im Austausch für eine Reduzierung seiner Haft-Strafe.

Lehder seinerseits hat seit seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten auf verschiedenste Weisen immer wieder versucht, seiner Verurteilung entgegenzuwirken, seine Haftstrafe weiter zu reudzieren und behauptet, seine Auslieferung sei illegal gewesen, da sie noch nicht gesetzlich geregelt existiere.

Trotzdem wurde er nach seinem Prozess unter tödlichen Bedingungen in das Hochsicherheitsgefängnis in Illinois gebracht, als er gegen Noriega, den ehemaligen Präsidenten von Panama, der ebenfalls Ende der 1980er Jahre wegen Drogenhandels verurteilt wurde aussagte, weil er mit der US-Regierung zusammenarbeitete…

Laut Popeyes Aussagen hat Noriega selbst Geschäfte mit Pablo Escobar gemacht, welche sogar von korrupten Beamten der CIA und der DEA aus Angst vor dem eigenen Leben unterstützt und geduldet wurden.

Infolge ihrer Zusammenarbeit im Fall Noriega wurde immerhin Popeyes Haftstrafe ohne Bewährung auf 55 Jahre verkürzt und seine Haftbedingungen massiv verbessert. – Dieser wurde im Vergleich zu Carlos Lehder nach ca. 25 Jahren Haft begnadigt und wieder auf freien Fuss gesetzt, bis er im Alter von 57 Jahren nach gerade mal 4 Jahren Freiheit neuinhaftiert wurde, wegen diverser ander Delikte und an den Folgen von Magenkrebs am 06.02.2020 in Bogota (Kolumbien) im Gefängnis verstarb.

Carlos Lehder Rivas: Heute! – Bild-Quelle: AP/WideWorld

Lehder Rivas befindet sich bis heute in Gefängenschaft und kämpft Tag für Tag immer noch um seine frühzeite Entlassung. Dieser schrieb zahlreiche Briefe u. a. an den kolumbianischen Präsidenten, den damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, der einst Barack Obama war und bat immer wieder um seine Freilassung oder eine weitere Reduzierung seiner Haftstrafe im Austausch gegen diverse Informationen, die für beide Regierungen von Nutzen seien könnten. Es gelang ihm so, immerhin die Reduzierung auf 48 Jahre Haft, statt 135, zu denen er einst verurteilt wurde. Heute nach mittlerweile 32,5 Jahren Gefängnis-Aufenthalt, hofft er immer noch, dass er eines Tages die Möglichkeit auf Hausarrest oder entgültige Haftentlassung haben kann, nachdem er bereits sein halbes Leben hinter Gittern verbracht hat.

Er wird bald 70 Jahre alt. Im nächsten Artikel werden wir euch erzählen, wo und wie Carlos Lehder Rivas in „Armenien Quindío“ aufgewachsen ist und seine Karriere, als Drogenbaron startete.

Editore: Pamela