Jeden Tag sieht man es. Gestresste Hundebesitzer, die mit einer gespannten Leine hinter ihrem Tier hinterher gezogen werden. Im Park rufen Sie dann nach ihrem Schützling, der sich sichtlich für alles bis auf seinen Besitzer interessiert. Dabei ist es gar nicht so schwierig, dass der Hund auf ein Abrufkommando gehorcht und leinenführig ist. Hier liegt der Fehler nicht beim Hund und auch nicht an der Erziehung, sondern in der Bindung zwischen Hund und Halter.

Bevor man seinen Hund überhaupt erziehen kann, ist es wichtig, das Fundament zu ebnen, auf das die Erziehung aufgebaut wird. Erst kommt die rapportu, dann kommt die Erziehung. Doch wie kann man am besten eine Bindung zu seinem Hund aufbauen?

Wir geben dir einige Tipps, wie du die Bindung zu deinem Hund aufbauen und vertiefen kannst:

  1. Gehe mit deinem Hund wandern. Entdecke mit Ihm neue Wälder oder Parks. Nimm ein paar Leckerlis und Wasser für deinen Schützling mit und zeige ihm so, dass du gut für ihn Sorgst. Achte darauf was ihm besonders viel Freude bereitet. Klettert er gerne auf Berge oder planscht er lieber im See? Zwinge ihn nicht, Dinge zu tun, die er nicht machen möchte.

  2. Wenn du mit deinem Hund spazieren gehst, sei gedanklich bei Ihm. Lass dein Smartphone in deinem Rucksack. Schenke ihm Aufmerksamkeit und gestalte den Ausflug abwechslungsreich und aufregend. Gib dem Hund Aufgaben! Lass ihn ein Spielzeug oder ein Leckerli suchen. Lass ihn auf einen Baumstamm balancieren oder Slalom um Steine laufen. Du kannst ihn auch Dinge apportieren lassen, z.B. einen Futterdummy (Bitte keine Ballspiele, diese fördern nicht die Bindung zu dir, sondern seinen Jagdtrieb). Lobe ihn für jeden kleinen Erfolg ausgiebig. Belohne ihn auch ab und an mit einem Leckerli.

  3. Streichle deinen Hund ganz bewusst. Es ist ‚was andere,s ob du deinem Hund beiläufig den Kopf tätschelst, oder ob du dich zu ihm legst und dir ganz viel Zeit nimmst, um ihm etwas Gutes zu tun. Gehe auf deinen Hund ein und achte darauf, wo er am liebsten gestreichelt werden möchte. Sage deinem Hund, wie toll er ist und was er dir bedeutet. Lass ihn spüren, wie lieb du ihn hast.

  4. Spreche mit ihm mit einer freudigen, hohen Stimme an. Wissenschaftler haben herausgefunden, das Hunde hohe stimmen als positiv wahrnehmen und sich diesen eher zuwenden.

  5. Lass deinen Hund entscheiden, womit er spielen möchte. Geh doch mal mit deinem Hund in ein Tiergeschäft und lass ihn selbst entscheiden, welches Spielzeug ihm gefällt. Nimm dir Zeit, ihn etwas wählen zu lassen. Oft dauert es nicht lange, bis er seinen Favoriten gewählt hat. Nimm das Spielzeug dann nach Hause, um mit ihm damit zu spielen. Dies zeigt ihm, wie viel dir sein Glück bedeutet.

  6. Belohne deinen Hund für den spontanen Blickkontakt. Der Hund soll merken, dass es sich lohnt, den Blickkontakt zu dir auf zu nehmen. Dein Hund wird sich somit immer häufiger nach dir Umdrehen und sich an dir orientieren.